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Innovation, Bestätigung und Gedanken - Mein Besuch auf dem Agentur Barcamp in Frankfurt

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AM 28. und 29. Februar fand das erste Barcamp mit dem Fokus auf Agenturen in Frankfurter Hotel Flemings Deluxe statt. Unter dem Motto "AGENTUREN IM AUFBRUCH! NUR WOHIN?" trafen sich knapp 100 Teilnehmer aus fast ebenso vielen Agenturen. Aus ganz Deutschland kammen die Teilnehmer um sich im Barcamp Format auszutauschen, Wissen und Erfahrung weiterzugeben und Ideen, Inspiration und Tipps mitzunehmen.

Mit gut 30 Minuten Verspätung bringt mich die Deutsche Bahn am Freitag von Heidelberg nach Frankfurt. Ich freue mich, nicht zu knapp kalkuliert zu haben und komme so noch in den Genuss von Kaffee und den ersten Gesprächen. Das Agentur Barcamp ist das erste seiner Art, für mich damit natürlich auch. Auch wenn ich mich als alten Barcamp Hasen zähle. 2009 war mein erstes Barcamp. Damals in Stuttgart - aber auch von Jan Theofel organisiert. Diesmal organisiert Jan mit Hans-Gerhard Kühn zusammen das Camp. Ein Team, welches ein tolles Barcamp organisiert - aber ich greife vor.

Um 10 Uhr treffen wir uns alle und Jan stellt das Konzept Barcamp in seiner angenehmen und lockeren Art vor. Eine kurze Erläuterung zu dem Format ist notwendig, da erfreulich viele Barcamp Neulinge anwesend sind. Kaum Regeln, keine festen Speaker oder Vorträge und das Barcamp ist, was wir Teilnehmer daraus machen.
Von der Einführung geht es dann direkt in die Vorstellung der Teilnehmer über. Das Mikrofon wandert durch die Reihen und jeder stellt sich kurz mit seinem Vornamen, wo er herkommt und drei #Hashtags vor. Auch bei 100 Teilnehmern geht das recht zügig, da die allermeisten wirklich diszipliniert sind. Unerwartet taucht der Hashtag 'Open-Source' und 'Drupal' öfter auf, als ich vorher gedacht habe.

Nachdem wir uns nun alle kennen, beginnt die Planung der Sessions. Hierbei tritt jeder der eine Session halten möchte nach vorne und stellt diese kurz vor. Dann wird gefragt, wer die Session interessant findet. Anhand der Rückmeldung wird dann der richtige Raum von der Größe gewählt.
Es sind direkt sehr viele nach vorne gegangen und so kommen ordentlich Sessions zusammen. Direkt wird mir klar, dass dies einer der Barcamps wird, indem ich mich klonen können sollte.
Es kommen so viele gute Sessions zusammen, das Jan spontan zwei neue Session-Räume im Foyer des Hotel Fleming eröffnet.

Snapchat Hands On

Meine erste Session ist "Snapchat Hands On" von Djure Meinen. Da sitzen fast ein Dutzend erfahrene Erwachsene zusammen und alle haben wir das gleiche Problem. Da gibt es eine neue Software, die wir nicht verstehen. Die meisten von uns haben von Snapchat schon einmal gehört oder vielleicht auch, so wie ich, installiert, jedoch keinen Zugang gefunden. Djure nimmt uns an die Hand und führt uns durch die App, seinen Optionen und zusammen senden wir am Ende die ersten Snaps. Wir alle freuen uns irgendwie fast schon kindlich.
Mir erschließt sich der Reiz nun und auch die Möglichkeiten im Unternehmenseinsatz.

E-Commerce für Nicht-Techniker

Matthias Thürling von intocommerce bringt uns in 45 Minuten im Schnellflug durch die Buzzwords der Tiefen des E-Commerce. Das ist recht treffend. Da die Vorstellung der Session mir einen anderen Eindruck vermittelt hatte, habe ich von der Barcamp Regel der zwei-Füße gebrauch gemacht und bin gegangen.

Im Vorraum treffe ich auf andere 'Schwäntzer' und verbringe dann die Zeit bis zum Mittagessen in tollen Gesprächen. Das ist der Teil der Barcamps, den ich immer sehr genieße. Die Chance neue interessante Leute kennen zulernen, sich ungezwungen zu unterhalten und auch gerne mal in tiefen Diskussionen abzutauchen.

Wer bezahlt SW-Fehler bei Open Source Produkten?

Wolfgang von IMC Marketing & Consulting bringt keinen Vortrag mit, sondern eine Frage. Wie gehen andere Agenturen mit Fehlern in Open-Source Projekten um. Also Bugs, die nicht selbst verursacht sind, sondern mit der Software kommen.
In kleiner Runde stellen einige Teilnehmer der Runde dar, wie sie mit dem Thema gegenüber ihren Kunden umgehen und wer für diese Bugs zahlt. Es wird recht schnell deutlich, dass die meisten Agenturen die Behebung der Bugs nicht übernehmen, sondern der Kunde für den Aufwand aufkommt. Die Voraussetzung hierfür ist natürlich, das der Kunde im Vorfeld darüber aufgeklärt ist, das Open-Source zum Einsatz kommt und Bugs möglich sind. Der Kunde spart sich ja auf der einen Seite die Lizenzkosten und auch bei Closed-Source kommt der Kunde teilweise für Bugs auf. Oft auch abhängig von der Vertragsgestaltung. Recht einstimmig sind wir aber auch alle der Meinung, das Kulanz und strategische Entscheidungen grundsätzlich berücksichtig werden.

RE.A.L Lean+Agile radikal. keine Angebote, keine Verträge

Sven von +sitegeist bringt uns sein RE.A.L. Modell näher. Mit sehr viel Elan und Energie zeigt er uns auf, wie seine Agentur keine Angebote mehr macht - und keine Verträge. Wie sie Pitches sprengen und am Ende Agentur und Kunde viel zufriedener sind. Der Vortrag ist packend und mitreißend. Es klingt für mich fast schon nach Fiktion. Keine Angebote? Keine Verträge? Ein sehr progressiver Ansatz. Dazu gehört eine gehörige Portion Mut auf der einen Seite, das passende Mindset, die richtigen Mitarbeiter aber auch die passenden Kunden. Sven hat mit seiner Agentur sitegeist hat die Mischung wohl gefunden.
Ein sehr inspirierender Vortrag. Auch wenn sich davon nicht alles direkt umsetzen lässt, sind einige Punkte sehr spannend und ich bin mir sicher, gedanklich wird mich das noch umtreiben.

Was tun, wenn der Konzern alles auf Stopp stellt? Keine Lösung - eine Diskussion

Da werden Verträge gemacht, Projekte begonnen, Ressourcen geplant und vielleicht auch noch passend dazu Personal eingestellt. Und dann stoppt bzw friert der Kunde das Projekt (ein). Und dann?!
Um es vorweg zunehmen. Eine Lösung haben wir nicht gefunden, jedoch ist es auf der einen Seite interessant zu wissen, das so etwas wirklich passiert und dass die eigenen Maßnahmen zur Reduktion der Auswirkungen sich auch bei anderen bewährt haben.

How to: PR-Arbeit für Agenturen?

In der letzten Session des Tages geht Mike von Guts&Glory mit uns die Möglichkeiten der PR-Arbeit für Agenturen durch. Spannende Gespräche ergeben sich und so kommen wir nicht durch das Thema. Lange hängen wir an dem Punkt 'Corprate Blogs' fest, bis sich Mike entscheidet, für den kommenden Tag dazu eine Session anzubieten.

Der Abend klingt bei einem tollen Abendessen im Hotel Restaurant aus. Nicht nur das es leckeres Essen gibt, nein auch wieder anregende Gespräche und neue Inspirationen.

Der Tag Zwei des Agentur Barcamps beginnt für mich erneut mit einer ordentlichen Bahnverspätung. Dennoch reicht es mir erneut für den ein oder anderen Kaffee, bevor die Session-Planung beginnt.
Auch das Session-Board des zweiten Tages füllt sich sehr schnell mit spannenden Themen.

Pricing

Im total überfüllten Raum stehen wir nicht nur hinten und an den Seiten, nein wir sitzen sogar in der Mitte bis fast an die drei Initiatoren der Session. Gemeinsam erarbeiten wir mögliche Modelle der Bezahlung für Agenturarbeit. Angenehm offen sprechen wir auch über dieses sensible Thema, sogar über Zahlen.
Den Königsweg gibt es nicht. Zuviel hängt von der Branche, der Dienstleistung/Produkt oder auch vom Kunden ab. Einige nehmen neue Ideen und Anregungen mit, andere fühlen sich in ihrem aktuellen Vorgehen bestärkt.

Typo3 in 3x15 Minuten

Volker, Sven und Jochen stellen uns Typo3, seine Eigenheiten und Besonderheiten in knapper Zeit vor. Wobei es natürlich nur ein grober Streifzug ist. Für mich als Drupaler ist es natürlich spannend, das 'andere' Lager so kennen zulernen. Es kam auch immer wieder die Frage auf, warum Typo3 in Deutschland so eine Marktmacht hat und welche Bedeutung das System letztlich für den Kunden spielt.
Eine wirklich spannende Runde, leider hat mich da schon die ersten Ausläufer der aufziehenden Grippe im Griff und ich habe Mühe die Konzentration zu halten.

Damit war das Agentur Barcamp für mich damit auch schon im Grunde zu Ende. Die letzten zwei Sessions habe ich dann der Arbeit geopfert aber nicht ohne noch das ein oder andere Gespräch außerhalb der Sessions gehalten zu haben.

Fazit

Es war ein hervorragendes Themen Barcamp! Mit dem Kopf voller Gedanken, Ideen und neuer Energie bin ich dann wieder in Richtung Heimat gefahren. Es tut so gut einmal dem täglichen Einerlei zu entkommen und einen großen Blick über den Tellerrand zu wagen. Die offene und vertrauensvolle Atmosphäre war eine hervorragende Basis für tolle Sessions und Gespräche.

Jan und Hans-Gerhard haben ein hochwertiges Barcamp organisiert und sehr wahrscheinlich viele Neue mit dem Barcamp Virus angesteckt. Vielen Dank an dieser Stelle an die beiden Organisatoren, den nicht sichtbaren guten Geistern und natürlich den Sponsoren, ohne die das Camp nicht möglich gewesen wäre.

Ich freue mich auf eine Fortsetzung und kann nur jedem empfehlen, sich auf dem Laufenden zu halten, den Newsletter zu abonnieren oder der Veranstaltung auf Facebook zu folgen um informiert zu sein und sich rechtzeitig anzumelden.

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