Gruppenfoto des Drupal DACH online Meetings
11.02.2021

So war das erste Drupal DACH Online-Meetup

Spannende Diskussionen in großer Runde: Das Drupal DACH Online-Meetup als neues Format im deutschsprachigen Raum.

Am 4. Februar gab es das erste große Drupal DACH Online-Meetup, moderiert von Nico Grienauer und Christian Schnabl.

Mit knapp fĂŒnfzig Teilnehmenden aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und sogar Belgien haben wir uns in einer vom CMSgarden gesponserten BigBlueButton-Instanz getroffen. Dabei gab es einen Hauptvortrag, eine Handvoll Lightning-Talks und viele Themen ĂŒber die man – auf Wunsch mit einem GetrĂ€nk aus dem eigenen KĂŒhlschrank – heiß diskutieren konnte.

KĂŒnftig trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat die deutschsprachige Drupal-Community online, um sich in einem grĂ¶ĂŸeren Rahmen, als es bei den bisherigen ortsbasierten Usergroups ĂŒblich war, auszutauschen. Das nĂ€chste Online-Meetup 4. MĂ€rz um 19 Uhr ist schon in Planung.

Graph-Visualisierung

Begonnen haben wir den Abend mit 15-MinĂŒtigen Breakout-Rooms um erstmal ein bisschen zu quatschen und „anzukommen“. 
Im Anschluss wurde uns ein Vortrag von Mathilde Dumond und Miro Dietiker von MD Systems gesponsert: „Graph-Visualisierung der Informationsarchitektur und Relevanzdaten einer Website“. Ein sehr innovativer Ansatz, um die Inhaltsarchitektur einer Website zu analysieren und Problembereiche oder Verbesserungspotential in den Beziehungen der einzelnen Seiten untereinander zu erkennen.
Durch eine Kombination von diversen Tools ist es MD Systems gelungen, die Struktur der Inhalte als einen Graphen mit allen Beziehungen zwischen den Seiten darzustellen und daran diverse Analysen zu erstellen. Bei komplexen Webprojekten, die mit der Zeit gewachsen sind, ist das ein sehr wertvoller Einblick, um die UX zu verbessern.

Lightning Talks
Spannende Einblicke in fĂŒnf verschiedene Themen

Lightning-Talks sind kurze VortrĂ€ge mit anschließender Fragerunde. Eine Besonderheit beim DrupalDACH Meetup: Über Retrospected konnte jeder Themen einreichen und drei Stimmen abgeben. So haben die Teilnehmenden selbst entschieden, wovon sie hören und worĂŒber sie reden möchten.

Drush deploy Command

Beim ersten Lightning-Talk stellte uns Norman KĂ€mper-Leymann von 1xInternet den neuen Drush deploy Command vor, welcher ab Drush 10.3 zur VerfĂŒgung steht. Da der Trend zum automatisierten Deployment geht ein sehr praktischer Command, mit welchem wir nun zum exakt richtigen Zeitpunkt, nĂ€mlich entweder vor oder nach dem Config-Import Update-Hooks ausfĂŒhren können.

Drupalcamp Germany & DrupalCon Europe

BaddĂœ Breidert von 1xInternet sprach in ihrem Lightning Talk die aktuelle Situation an. Aktuell sieht es danach aus, dass wir an der DrupalCon Europe und an anderen Konferenzen in absehbarer Zeit nicht persönlich teilnehmen können, auch wenn wir uns schon sehr auf Barcelona gefreut hatten.

BaddĂœs Vorschlag: Das DrupalCamp Germany ausfallen zu lassen und dafĂŒr alle KrĂ€fte in der DrupalCon zu bĂŒndeln.
Voraussichtlich wird die DrupalCon Europe auch in diesem Jahr online stattfinden. Dadurch ist eine große Zahl an Sessions möglich. Hier ergibt sich die Möglichkeit, VortrĂ€ge in unterschiedlichen Landessprachen zu halten. Ein TĂŒröffner fĂŒr Einsteiger oder Personen, die des Englischen nicht mĂ€chtig sind.

Das Thema wurde heiß diskutiert und wird sicherlich beim nĂ€chsten DrupalDACH-Meetup wieder aufgegriffen. Ich bin gespannt, denn ein so kombiniertes Format kann ich mir auf der DrupalCon gut vorstellen.

Welches Base-Theme fĂŒr Drupal 9

Im Anschluss startete Stephan Luckow von der GzEvD eine GesprÀchsrunde rund um das Thema Base-Themes in Drupal 9. Dabei fiel schnell auf, dass viele Teilnehmende unterschiedliche AnsÀtze verfolgen und das Frontend-Ecosystem sich etwas zersplittet hat.

Einige bevorzugen „Vanilla“, also einfach auf Stable / Classy aufzusetzen (Base-Themes im Drupal Core) und Drupal alles rendern zu lassen. Andere bevorzugen komplexere Systeme wie Particle 2 mit PatternLab, um ein Atomic Design und somit einen Styleguide zu haben. Wieder andere arbeiten direkt komplett decoupled mit einer Javascript-App, die Drupal nur als Datenbackend nutzt.

Meiner Meinung nach hat sich das Thema Frontend in den letzten Jahren so stark und in so viele unterschiedliche Richtungen entwickelt, dass es schwierig wird, eine allgemeine Aussage zu treffen. Meine Erfahrung ist, man sucht die Technologie nach den Anforderungen des Projekts aus. Auch dieses Thema wird sehr wahrscheinlich das nÀchste Mal weiter diskutiert, da hier viele Meinungen aufeinander prasselten.

CLI-Tool: Drupal Patches validieren (Proof of Concept)

Boris Böhne lieferte uns im nĂ€chsten Beitrag einen Proof of Concept fĂŒr ein auf node basierendes Command Line Interface Tool, genannt „check-drupal-patches“. Man kann es global installieren und bei jeder beliebigen Drupal-Installation prĂŒfen, ob die angewendeten Patches anwendbar sind und bei welchen Versionen sie funktionieren. Dies ist sehr praktisch, weil Composer im Normalfall nur darĂŒber informiert, ob ein Patch anwendbar ist oder nicht. Um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu haben wie man damit umgeht, wenn ein Patch nicht mehr funktioniert, gibt dieses Tool einen sehr guten Einblick ĂŒber die verschiedenen Modul-Versionen und ihre KompatibilitĂ€t.

Ein Jahr Covid-19 - Lessons learned mit FOSS Videotools

Zum Abschluss gab uns Stephan Luckow einen Einblick in seine Erfahrungen und Meinungen zum Thema Free Open Source Videotools (FOSS). Durch die aktuelle Lage haben wir alle mehr Kontakt zu diesem Thema und vor allem auch zum Datenschutz der damit einher geht.
Das Wichtigste vorweg: Alles was wir von proprietĂ€ren Anbietern wie Zoom oder MS Teams kennen, lĂ€sst sich auch mit FOSS umsetzen. Im Gegensatz zu den genannten Anbietern sichern FOSS-Videotools uns die eigene UnabhĂ€ngigkeit sowie die Kontrolle ĂŒber unsere Daten. Stephan prĂ€sentierte folgenden Tools:

Jitsi lĂ€sst sich selbst hosten oder als Software as a Service (SAAS) einkaufen und eignet sich gut fĂŒr kleine Teams. BigBlueButton lĂ€sst sich ebenfalls selbst hosten oder als SAAS einkaufen und eignet sich besser fĂŒr grĂ¶ĂŸere VortrĂ€ge und Veranstaltungen, da man mehr Moderationsoptionen hat. Senfcall ist außerdem ein tolles Projekt aus Deutschland, das auf Spendenbasis BigBlueButton-Instanzen zur VerfĂŒgung stellt. Gut, wenn man diese nur eingeschrĂ€nkt oder kurzzeitig benötigt.

Kamera an oder aus?

Muss man eigentlich immer die Kamera anschalten, auch wenn man gerade nichts zu sagen hat? Oder spart man besser Traffic und lÀsst die Kamera aus? Eine heikle Frage, die bei Weitem nicht nur dieses Meetup betraf.

Meine persönliche Meinung ist, dass die nonverbale Kommunikation – wie die Mimik – eine große Bedeutung fĂŒr das VerstĂ€ndnis hat. Da wir im aktuellen Alltag wenige Gesichter ohne Maske sehen, finde ich das gerade jetzt noch wichtiger. Trotzdem muss ich das Argument gelten lassen, dass es fĂŒr die Umwelt besser ist, Traffic einzusparen und die Kamera auszuschalten.

Gegen 22 Uhr wurde das Meetup offiziell beendet. Der Raum blieb geöffnet, sodass die Teilnehmenden sich weiter unterhalten konnten. Bei einigen GetrĂ€nken aus dem heimischen KĂŒhlschrank fĂŒhrten wir noch bis kurz vor Mitternacht heiße Diskussionen zu unterschiedlichsten Themen. Es fĂŒhlte sich ein bisschen an wie der Barabend nach einem Event und hat mir sehr gefallen.

Fazit

Ich finde das Event war ein voller Erfolg und ich freue mich schon auf das nÀchste Mal. Es war schön die ganzen bekannten Gesichter aus der Community mal wieder zu sehen. Auch wenn es nur in einer Videokonferenz war, kam bei mir schon ein bisschen Drupalcamp-Flair auf.
Jeder ist willkommen teilzunehmen und es gibt keine TeilnahmegebĂŒhr oder Voraussetzungen – außer einem internetfĂ€higen EndgerĂ€t.
Vielleicht sieht man sich ja am 4. MĂ€rz um 19 Uhr beim nĂ€chsten DrupalDACH Online-Meetup? Ich wĂŒrde mich freuen!

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