Über 50 Websites aus einer Codebase, basierend auf Drupal und der Sites Modulsuite
Im Juni 2026 ging einer der reichweitenstärksten föderalen Web-Auftritte Deutschlands in neuem Gewand online. Seit Anfang 2025 haben die Gemeinschaftsredaktion der Verbraucherzentralen und erdfisch daran gearbeitet, ein rund zehn Jahre altes, historisch gewachsenes Drupal-Setup abzulösen – ohne dass die Millionen Besucher:innen, die jedes Jahr Rat suchen, davon etwas mitbekommen. Das Projekt hat dabei nicht nur bewährte Konzepte eingesetzt, sondern unsere Sites-Modulsuite noch einmal einen erheblichen Schritt nach vorne gebracht.
Der Kunde
Die Verbraucherzentralen sind die wichtigste institutionelle Interessenvertretung der Verbraucher:innen in Deutschland – gewissermaßen das Gegenstück zu den Wirtschafts- und Branchenverbänden auf Unternehmensseite. Organisiert sind sie föderal: In jedem Bundesland gibt es eine eigene, unabhängige gemeinnützige Verbraucherzentrale, dazu kommt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für die übergreifenden und politischen Aufgaben.
Sie informieren und beraten zu nahezu allen Fragen des Verbraucheralltags – von Verträgen, Energie und Telekommunikation über Finanzen und Versicherungen bis zu Datenschutz, Lebensmitteln, Gesundheit und Online-Handel. Neben rund 200 Beratungsstellen vor Ort findet diese Arbeit zunehmend online statt. Federführend für die Online-Präsenzen ist die Gemeinschaftsredaktion mit Sitz bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf – unsere Auftraggeberin und Partnerin über die gesamte Projektlaufzeit.
in 1 Drupal
Besuche/Jahr
Inhalte migriert
Sprachen
Das Wichtigste in Kürze
Projekt-Steckbrief
Auftraggeberin des Relaunchs ist die Gemeinschaftsredaktion der Verbraucherzentralen mit Sitz bei der Verbraucherzentrale NRW. Sie verantwortet den gemeinsamen Web-Auftritt eines föderal organisierten Verbunds aus 16 unabhängigen Verbraucherzentralen und dem Bundesverband VZBV. Entsprechend groß ist die Reichweite: Der Auftritt verzeichnet über 70 Millionen Besuche pro Jahr und versammelt mehr als 1.700 Wissensartikel.
Technisch laufen über 50 Websites auf einer gemeinsamen Codebase. Gepflegt werden sie von rund 160 aktiven Redakteurinnen und Redakteuren, von denen bis zu 30 gleichzeitig im Backend arbeiten. Die Migration umfasste rund 58.000 Inhalte und über 21.000 Redirects. Publiziert wird in bis zu zwölf Sprachen, inklusive Leichter Sprache und rechtsläufiger Schriften. Der Umsetzungszeitraum von der Konzeption bis zur Migration begann Anfang 2025, live ging der neue Auftritt im Juni 2026. Zuvor lief der Verbund auf einem Drupal-Konzept aus dem Jahr 2015, das nicht mehr genügend Skalierungsspielräume bot.
Technischer Rahmen
Als Content Management Framework kommt Drupal 11 zum Einsatz. Die Multisite-Architektur trägt die erdfisch Sites-Modulsuite, ergänzt um Sites Group. Der redaktionelle Baukasten setzt auf Layout Builder, Layout Paragraphs, Paragraphs, Paragraph Behaviors und Slots.
Im Frontend arbeiten wir mit Single Directory Components und einem Living Styleguide in Storybook nach Atomic-Design-Prinzipien. Die Suche basiert auf Apache Solr, für SEO sorgen strukturierte Daten nach schema.org, die Webanalyse übernimmt Matomo. Betrieben wird der Auftritt von Kraut.Hosting in einem ISO-27001-zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland.
Entscheidungsgründe
Die Ziele des Relaunchs
und warum ein Facelift nicht genügte
Übergeordnetes strategisches Ziel:
die große Reichweite besser in Konversion übersetzen, interessierte Verbraucher:innen leichter zu den passenden Beratungsangeboten, Veranstaltungen und Newslettern der für sie zuständigen Landeszentrale zu führen.
Der neue Gemeinschaftsauftritt sollte:
- den einzelnen Verbraucherzentralen mehr Sichtbarkeit auf dem Dachportal verbraucherzentrale.de geben,
- eine (gegebenenfalls halbautomatische) Landesauswahl ermöglichen, mit der Nutzer:innen das Dachportal für sich regionalisieren können,
- den Redaktionen mehr Gestaltungsmöglichkeiten und direkten Zugriff auf die Elemente ihrer Websites eröffnen,
- moderne Beratungsformate besser abbilden,
- den neuen Markenauftritt nahtlos umsetzen,
- Mehrsprachigkeit und Leichte Sprache deutlich besser unterstützen,
- Barrierefreiheit technisch voranbringen und
- die mobile Darstellung konsequent optimieren.
Ein ganzer Verbund auf einer Codebase
Der „Gemeinschaftsauftritt“ ist kein einzelnes Portal, sondern ein ganzes Ökosystem aus Websites:
- Das reichweitenstarke Dachportal verbraucherzentrale.de, kanonischer Anlaufpunkt für die Suchmaschinen,
- 15 Landesportale der einzelnen Verbraucherzentralen,
- Dutzende Projekt- und Themenseiten wie das Lebensmittel-Forum, die Schlichtungsstelle Nahverkehr oder Schulverpflegung Thüringen.
In Summe ergibt das über 50 Websites unter unterschiedlichen Domains, und sie alle werden aus einem Drupal-System heraus gepflegt. Die Zahlen dahinter sind beachtlich: über 70 Millionen Besuche pro Jahr, mehr als 1.700 Wissensartikel aus acht Wissensgebieten und rund 160 aktive Redakteur:innen im ganzen Bundesgebiet, von denen bis zu 30 gleichzeitig im Backend arbeiten.
Was der Verbund mit diesem Setup leistet, geht weit über klassische Artikel hinaus. Zentral gepflegte Inhalte werden über alle relevanten Domains ausgespielt und dort regional angereichert. Interaktive Werkzeuge zur „Hilfe zur Selbsthilfe“, etwa der Generator „Selbstbestimmt“ für Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht oder der KI-gestützte „Fakeshop-Finder“, ergänzen die Informationen. Und hinter alldem steht ein anspruchsvolles Rollen- und Rechtesystem, das sicherstellt, dass Landesredaktionen nur in ihrem Zuständigkeitsbereich Inhalte verändern.
Warum ein struktureller Relaunch?
Das bestehende Konzept stammte in seinen Grundzügen aus dem Jahr 2015 und war an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß. Ein reiner „Anstrich“ hätte nicht gereicht, es brauchte einen strukturellen Relaunch. Die Treiber dafür:
- Ein neuer Markenauftritt. Die Verbraucherzentralen haben im vergangenen Jahr ihre Marke neu aufgestellt. Der Relaunch sollte optisch wie inhaltlich der erste großflächig sichtbare Roll-out dieses neuen Markenverständnisses sein.
- Verändertes Nutzungsverhalten. Der Anteil mobiler Nutzung war deutlich gestiegen, ebenso der Wunsch nach Interaktivität und nach Tools, mit denen sich Probleme selbst lösen lassen.
- Neue rechtliche Anforderungen. Barrierefreiheit, IT-Sicherheit und Datenschutz stellen heute andere Ansprüche als vor zehn Jahren.
- Ein zusammenwachsender Verbund. Mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen zog eine bislang eigenständige Landeszentrale mit in das Gemeinschaftssystem ein. Ihre Inhalte mussten nahtlos in die neue Informationsarchitektur migriert werden.
- Technische Altlasten. „Echte“ Mehrsprachigkeit war im alten System nicht sauber abbildbar, Medien wuchsen unkontrolliert (zuletzt rund 70.000 Dateien auf dem Server), und über die Jahre hatten sich zahlreiche Custom-Entwicklungen angesammelt, die sich heute großenteils durch Standard-Lösungen ersetzen lassen.
Warum die Sites-Modulsuite hier passte
Unbegrenzt Webseiten, nur 1x Wartung.
Komplexe Multidomain-Systeme sind inzwischen unsere Spezialität.
Komplexe Multidomain-Systeme sind inzwischen unsere Spezialität – einer der Gründe, warum die Wahl auf uns fiel. Das Anforderungsprofil passte punktgenau auf die von uns für genau diese Einsatzzwecke entwickelte Sites-Modulsuite zum Aufbau und Betrieb multidomainfähiger Drupal-Systeme.
Der Kern des Prinzips: Alle Inhalte liegen zentral in einer Datenbank und werden über gruppenbasierte Berechtigungen (Groups) gesteuert. So können viele Redaktionen parallel arbeiten, ohne sich in die Quere zu kommen. Inhalte lassen sich zentral entweder nur auf einer Domain, auf allen oder auf frei auszuwählenden Domains ausspielen. Jede Landesredaktion kann neben dem Erstellen gänzlich eigener Inhalte auch dafür freigegebene Inhalte aus dem zentralen Content-Pool für den eigenen Landesauftritt übernehmen, anpassen oder wieder aus der eigenen Seite entfernen. Eine neue Website entsteht dabei rein redaktionell: Titel und Domain festlegen, Inhalte auswählen, ganz ohne Deployment und ohne Eingriff in Konfiguration oder Code.
Im deutschsprachigen Raum dürfte kaum eine Drupal-Agentur mehr Praxiserfahrung mit Content-Sharing, Content-Customizing, Multilingualität und kontextbasiertem Ausspielen über viele Domains haben. Genau diese Erfahrung war hier gefragt. Die föderale Struktur der Verbraucherzentralen musste sich schließlich bis in den Funktionsumfang der Websites hinein widerspiegeln.
Sites macht einen Sprung und alle profitieren
Das Schöne an anspruchsvollen Projekten: Sie treiben die eingesetzten Werkzeuge voran. Die Anforderungen der Verbraucherzentralen haben unsere Sites-Modulsuite noch einmal spürbar reifen lassen. Das Projekt hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Sites-Modulsuite als Open Source Lösung live gehen konnte und somit kostenfrei der Drupal Community und der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Mit Stand Sommer 2026 haben wir inzwischen fünf große Sites-Projekte online gebracht.
Und weil unsere Multidomain-Projekte auf derselben Modulbasis stehen, fließen diese Weiterentwicklungen zurück in alle Sites-Setups. Als Beispiel sei hier die Fahrradversicherung linexo der Wertgarantie Gruppe genannt, deren Multisite-Projekt 2024 mit dem Splash Award ausgezeichnet wurde.
Wo es sinnvoll ist und unsere Kunden zustimmen, geben wir diese Arbeit an die Drupal-Community zurück. So sind aus unseren Multidomain-Projekten bereits Module wie Slots, Paragraph Block, Form Decorator, Rabbit Hole Links, Component Behaviors, die Sites-Suite selbst und vieles mehr hervorgegangen.
Was wir umgesetzt haben
Ein zentraler Inhaltspool und trotzdem 51 eigene Auftritte
Auf Basis von Sites und Group haben wir das föderale Prinzip technisch sauber abgebildet: bundesweiter Content, der in Regionalauftritte übernommen und dort mit regional relevanten Informationen angereichert oder überschrieben werden kann, ohne dass dies den zentralen Content verändert. Das hierarchische Rechtesystem stellt sicher, dass Regionalredakteur:innen nur im Rahmen ihres eigenen Auftritts arbeiten. Für Suchmaschinen und AI-Agents bleibt dank sauberer Canonical-Logik stets klar, welche Domain als Ursprung eines Inhalts gilt.
Region Context: Regionalisierung bis aufs Dachportal
Bisher war Regionalisierung strikt domainspezifisch: Ein Inhalt war für eine Domain freigeschaltet oder eben nicht. Der große Wunsch war aber, die enorme Reichweite von verbraucherzentrale.de für die Landeszentralen nutzbar zu machen. Wer einen bundesweiten Artikel auf dem Dachportal liest, soll direkt das passende Angebot „seiner“ Landeszentrale sehen.
Dafür haben wir die Domain-Spezifität gezielt und kontrolliert durchbrochen. Ein neuer „Region Context“ erlaubt es Nutzer:innen, ihr jeweiliges Bundesland auf dem Dachportal auszuwählen. Ist ein Bundesland gesetzt, werden an definierten Stellen die passenden Regio-Paragraphen und Teaser-Elemente der jeweiligen Landeszentrale ausgespielt. Wer nichts speichern möchte, erhält die neutrale Version. Damit lassen sich landesspezifische Beratungsangebote erstmals mitten im bundesweiten Content platzieren.
Ein Baukasten, den die Redaktionen selbst bedienen
Bei hunderten Redakteur:innen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungswerten muss zweierlei zusammenkommen: ein durchgängig einheitlicher Marken-Look über alle Auftritte und funktionsmächtige Werkzeuge zum Gestalten. Unsere Antwort ist ein redaktioneller Baukasten, mit dessen Hilfe die Redaktionen beispielsweise Startseiten oder Landing Pages über Layout Builder und Layout Paragraphs zusammensetzen. Strukturierte Inhalte wie Artikel wiederum verfügen über ein umfangreiches Repertoire an Paragraph-Types, mit denen die Redaktionen visuell konsistente, aber dennoch variantenreiche Inhalte gestalten können.
Häufig möchte die Gemeinschaftsredaktion auf vielen Content-Seiten inhaltliche Ergänzungen platzieren, pauschal oder themenspezifisch, ohne dass die Länderredaktionen sich bei der Content-Pflege um deren Verwaltung oder Platzierung kümmern müssen. Dafür kam erneut das Slots-Modul zum Einsatz. Mit ihm lassen sich kontextsensitive Platzhalter bei jedem Inhaltstyp an vorab festgelegten Positionen definieren. Passt ein Inhalt, etwa ein Block, auf den definierten Kontext, erscheint er automatisch und ohne weiteres redaktionelles Zutun an der vorgesehenen Stelle. Ansonsten weist im Frontend nichts auf einen solchen Platzhalter hin.
Teaser-Werkzeug: ein Datenmodell, viele Gesichter
Ein besonders mächtiges redaktionelles Werkzeug haben wir für Teaser entwickelt, jene Vorschau-Elemente, mit denen im ganzen Auftritt auf Inhalte hingewiesen wird. Der Clou: Das Datenmodell eines Teasers ist dabei immer dasselbe. Zwei grundlegende Teaser-Arten unterscheiden wir:
- Der Reference Teaser referenziert einen bestehenden Inhalt in Drupal und zieht sich seine Bestandteile nach definierten Kriterien automatisch aus dem Zielinhalt. Meist sind das Titel, Topline und Aufmacherbild samt automatisch erzeugtem Link, je nach Inhaltstyp aber auch mehr, etwa das Datum bei einem Termin oder die Preisangabe bei einem Beratungsangebot. Ändert sich der Zielinhalt, wandert die Änderung automatisch in den Teaser.
- Der Custom Teaser wird von Redakteur:innen frei aufgebaut: Titel, Topline, Aufmacherbild sowie eine oder beliebig viele Ziel-URLs mit eigenem Linktitel.
Angelegt werden diese Teaser einzeln oder als Gruppe in einem eigens dafür vorgesehenen Paragraph-Typ „Teaser List“. Und hier kommen die Paragraph Behaviors ins Spiel. Über sie steuern Redakteur:innen zweierlei: welche Bestandteile des Datenmodells überhaupt gerendert werden (etwa ohne Bildmedium oder nur als schlichte Linkliste), und wie eine Teasergruppe optisch erscheint, zum Beispiel als Teaser-Cards in verschiedenen Grid-Varianten, als horizontale oder vertikale Reihe, in unterschiedlichen Design-Stilen oder als swipebare Teaser-Galerie.
Das ist genau die Balance, die der Verbund brauchte: ein einheitliches, sauber gepflegtes Datenmodell im Hintergrund, aber trotzdem enorme gestalterische Freiheit an der Oberfläche, bei gewahrten Corporate-Design-Leitplanken und ohne dass die Redaktionen dafür eine Zeile Code oder Unterstützung aus der Gemeinschaftsredaktion benötigen.
Zwei Systeme werden eins: die Migration
Die vielleicht größte Fleißarbeit lag im Untergrund. Die Inhalte des neuen Auftritts wurden aus zwei bisher getrennten Drupal-Instanzen zusammengeführt: dem bestehenden Gemeinschaftsauftritt und dem eigenständigen Auftritt der VZ Niedersachsen. Angesichts von rund 58.000 Nodes, verteilt auf 25 Inhaltstypen, ging das nur automatisiert und teilweise KI-gestützt.
Dabei ging es nicht ums bloße Umziehen. Inhaltstypen wurden konsolidiert und verschlankt, Inhalte in das neue Datenmodell mit verschachtelten Paragraphs überführt und über 21.000 Redirects übernommen, damit Suchmaschinen und verlinkende Websites nach dem Umzug unterbrechungsfrei landen. Ergänzt haben wir das durch eine zentrale Mediendatenbank mit sauberer Verwaltung von Urheber- und Lizenzhinweisen (inklusive der Möglichkeit, ein Teaserbild etwa nur in Bayern auszuspielen), automatischer Verschlagwortung nach Herkunfts-Bundesland und Hilfen zum Aufräumen des über Jahre angewachsenen Dateibestands.
Echte Mehrsprachigkeit, inklusive Leichter Sprache
Fremdsprachige Inhalte sind längst fester Bestandteil des Auftritts. Rund 200 Ausgangstexte liegen in bis zu zwölf Sprachen vor, darunter Ukrainisch, Russisch, Polnisch, Englisch sowie Arabisch, Farsi und Dari. Der neue Auftritt unterstützt nun mehrere Sprachversionen pro Inhalt, spiegelt die Sprache in der URL wider und stellt komfortable Umschalter bereit. Für rechtsläufige Schriften (RtL) und für die Leichte Sprache, die wir bewusst wie eine eigene Sprache mit eigenem Layout behandeln, kommen jeweils passende Darstellungen zum Einsatz. Ergänzt wird das um strukturierte Daten nach schema.org (etwa für FAQ und Termine), damit die Inhalte für die wichtigste Trafficquelle, die Suchmaschinen, optimal aufbereitet sind.
Und weil Barrierefreiheit für öffentlich finanzierte Stellen Pflicht ist, haben wir sie von Anfang an mitgedacht: Der Baukasten ist konsequent „Mobile First“ entwickelt; die Design-Komponenten wurden im Entwicklungsprozess komponentenbasiert und direkt in Storybook auf Barrierefreiheit hin geprüft.
Digitale Souveränität statt Vendor-Lock-in
So eng wir als Dienstleister auch eingebunden sind – die Verbraucherzentralen behalten die volle Kontrolle über ihr Projekt. Das gesamte System baut auf quelloffenem Drupal und, wo immer möglich, auf Standard-Community-Modulen statt auf proprietären Speziallösungen. Es gibt kein Vendor-Lock-in: Die Verbraucherzentralen sind weder an uns noch an einen bestimmten Anbieter gebunden und könnten Entwicklung und Betrieb jederzeit verlagern.
Den Betrieb der Infrastruktur übernimmt unser langjähriger Partner Kraut.Hosting in einem ISO-27001-zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland; erdfisch verantwortet Entwicklung und Service. Für eine überwiegend öffentlich finanzierte Organisation, die für die Interessen der Verbraucher:innen einsteht, ist das mehr als ein technisches Detail: Der Gemeinschaftsauftritt ist gelebte digitale Souveränität, unabhängig, datenschutzkonform und in eigener Hand.
Das Ergebnis
Seit dem Go-Live im Juni 2026 läuft der komplette Verbund auf der neuen Basis: das Dachportal verbraucherzentrale.de, 15 Landesportale und dutzende Projektseiten, zusammen über 50 Auftritte aus einer einzigen Drupal-11-Codebase. Für die Millionen Ratsuchenden gelang der Wechsel praktisch unbemerkt.
Wesentliche Eigenschaften des neuen Systems:
Aufgeräumt.
Rund 58.000 Inhalte und über 21.000 Redirects wurden automatisiert migriert, zwei getrennte Drupal-Systeme sind zu einem verschmolzen, und die Verbraucherzentrale Niedersachsen ist neu im Verbund.
Enabled.
Etwa 160 Redakteur:innen gestalten Seiten, Kampagnen und Teaser heute eigenständig, ohne Entwicklungsaufwand zu benötigen und ohne die Gemeinschaftsredaktion einschalten zu müssen.
Geteilt.
Landesspezifische Angebote lassen sich erstmals direkt auf dem reichweitenstarken Dachportal ausspielen.
Inklusiv.
Barrierefreiheit nach WCAG 2.2 und ein Mobile-First-Ansatz sind von Grund auf mitgedacht.
Souverän.
Der Auftritt liegt vollständig in der Hand der Verbraucherzentralen: quelloffen, DSGVO-konform, ohne Vendor-Lock-in.
Ein voller Erfolg
Stimmen aus dem Kunden-Team
Am Ende zählt, was beim Kunden ankommt. Und das zahlreiche Feedback aus der Gemeinschaftsredaktion selbst, aber auch aus den Länderredaktionen, hat uns wirklich gefreut.
Feedback aus einer der Regionalredaktionen:
„Der Relaunch ist ein Quantensprung, wie ich finde. Was ihr in den letzten Wochen und Monaten geleistet habt, ist außergewöhnlich. Hinter dem, was nach außen so selbstverständlich und ‚geräuschlos‘ wirkt, steckt enorm viel Einsatz, Abstimmung und Fachwissen. Besonders beeindruckt mich neben der Umsetzung auch das Redaktionshandbuch: durchdacht, klar und hilfreich für die Arbeit.“
Stimmen aus der operativen Projektleitung:
„In meinen zehn Jahren bei der Verbraucherzentrale war die Durchführung des Relaunches mit euch das beste Jahr.“
„Skalierbarkeit ist hier nicht nur ein Wort aus dem Lehrbuch. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit erdfisch konnte ich direkt die Potenziale erkennen, die die weitsichtige Umsetzung unserer Funktionswünsche bot – und an die wir nun in der Weiterentwicklung anknüpfen können.“
„Das Ergebnis ist großartig.“
Fazit
Ein föderaler Verbund, eine Codebase, über 50 Auftritte, zwei zusammengeführte Systeme und ein neuer Markenauftritt: Der Relaunch des Gemeinschaftsauftritts war eines jener Projekte, bei denen technische Tiefe und redaktionelle Alltagstauglichkeit gleichermaßen zählen.
Am Ende ist genau das gelungen. Ein System entstand, das für rund 160 Redakteur:innen effizient zu bedienen und zugleich für zukünftige Anforderungen bestens vorbereitet ist.
Unser Dank gilt der Gemeinschaftsredaktion und allen beteiligten Verbraucherzentralen für das Vertrauen, die Offenheit und die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit. Auf die nächsten Ausbaustufen freuen wir uns schon.
Das mächtigste CMS lässt die Muskeln spielen.
Warum Drupal genau die richtige Wahl für so ein Projekt ist
Als der Relaunch anstand, war für die Gemeinschaftsredaktion der Verbraucherzentralen die Grundsatzfrage schnell beantwortet: Es sollte wieder auf Drupal gesetzt werden. Und das aus guten Gründen.
Eine föderale Organisation braucht eine föderale Website.
Genau dieses Zusammenspiel aus zentraler Inhaltspflege und dezentraler Individualisierung, oder das Content-Sharing über viele Domains bei gleichzeitig sauberem, hierarchischem Rechtemanagement, ist eine Kerndisziplin von Drupal. Hinzu kommt: Als überwiegend öffentlich finanzierte Organisationen legen die Verbraucherzentralen Wert auf digitale Souveränität, also quelloffen, DSGVO-konform, ohne Vendor-Lock-in und mit voller Kontrolle über die eigenen Daten.
Drupals starke Mehrsprachigkeit, sein strukturiertes Inhaltsmodell und die inzwischen sehr gute Eignung für KI-Anbindungen taten ihr Übriges.
Nicht zuletzt sicherte die Entscheidung die Investitionen der vergangenen Jahre: Der bewährte Multidomain-Ansatz sollte nicht ersetzt, sondern konsequent modernisiert werden. Die Schlüsseltechnologie, auf der wir hier aufgebaut haben, ist unsere neue Sites Modulsuite, die komplexe Multisite-Systeme ermöglicht.
Community Credits
Kein großes Open Source-Projekt kommt ohne die einzigartige Mitwirkung der Community aus. Im Gegenzug haben zahlreiche Drupal-Module aus dem Projekt Weiterentwicklungen und Verbesserungen erhalten. Einige Beispiele: Slots, Paragraph Block, Form Decorator, Rabbit Hole Links, Component Behaviors, Sites-Modulsuite... und noch viele mehr.
Ergänzende Informationen
im FAQ-Format
Welches CMS nutzt der Gemeinschaftsauftritt der Verbraucherzentralen?
Drupal, aktuell in Version 11. Der gesamte Verbund läuft als Multisite- / Multidomain-Setup auf einer gemeinsamen Codebase.
Was bedeutet „Drupal-Multidomain auf einer Codebase"?
Statt vieler getrennter Installationen werden alle Websites aus einem einzigen Drupal-System und einer Datenbank betrieben. Inhalte lassen sich zentral pflegen, je Domain gezielt ausspielen und regional anpassen. Die Wartung ist nur für ein System notwendig. Umgesetzt wird das mit der von erdfisch entwickelten Sites-Modulsuite.
Wie viele Websites umfasst der Gemeinschaftsauftritt?
Über 50: das Dachportal verbraucherzentrale.de, 15 Landesportale der Verbraucherzentralen sowie dutzende Projekt- und Themenseiten.
Wie wurde die Migration umgesetzt?
Teilweise automatisiert und teils KI-gestützt. Zwei bisher getrennte Drupal-Systeme, der bestehende Gemeinschaftsauftritt und der eigenständige Auftritt der VZ Niedersachsen, wurden zusammengeführt: rund 58.000 Inhalte wurden konsolidiert, die Inhalte in ein neues Datenmodell überführt und über 21.000 Redirects übernommen.
Ist der neue Auftritt barrierefrei?
Barrierefreiheit nach WCAG 2.2 und ein konsequenter „Mobile First"-Ansatz waren von Anfang an Teil des Entwicklungsprozesses. Die Design-Komponenten wurden komponentenbasiert auf Barrierefreiheit geprüft.
Was hat erdfisch an die Drupal-Community zurückgegeben?
Aus unseren bisherigen Multidomain-Projekten sind mehrere Community-Module hervorgegangen, darunter Slots, Paragraph Block, Form Decorator und Rabbit Hole Links, sowie die Sites-Modulsuite selbst.
Welches spannende Projekt dürfen wir für Sie umsetzen? Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns unter +49 6221 7515600 für ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch an.