26 Länderseiten in 19 Sprachen aus einer gemeinsamen Drupal-Codebase mit eigenem Designsystem und KI-gestützter Übersetzung.
Ein Industriekonzern mit weltweiter Präsenz, 26 Länderseiten, 19 Sprachen und einer gemeinsamen Drupal-Codebase. Wie erdfisch die globale Webpräsenz von Conductix-Wampfler vom bewährten, aber in die Jahre gekommenen Drupal 7 auf eine wartbare, redundanzarme Basis gestellt hat, samt eigenem Designsystem und KI-gestützter Übersetzung.
Der Kunde
Conductix-Wampfler, Teil der Delachaux Group, ist ein weltweit führender Anbieter in der Entwicklung und Fertigung effizienter Energie- und Datenmanagementsysteme für Schlüsselapplikationen in diversen Märkten. Von wegweisenden Energie- und Datenlösungen für industrielle Roboter in der Intralogistik oder Automobilbranche bis hin zur Elektrifizierung von kompletten U-Bahn Linien. Dabei immer auf Augenhöhe in einem partnerschaftlichen Verhältnis mit dem Kunden.
– Conductix-Wampfler
Der Konzern unterteilt sein Portfolio von Produkten und Lösungen in über 30 Märkte und eine vielschichtige, komplexe Produkthierarchie.
Gemeinsam mit erdfisch hat das Unternehmen seine vollständige Webpräsenz von einem langjährigen Drupal-7-Setup auf eine gemeinsame aktuelle Drupal-Codebase mit der Sites-Modulsuite überführt.
Weltweit
KI-gestützt übersetzt
Codebase
Das Wichtigste in Kürze
Projekt-Steckbrief
Auftraggeberin des Relaunchs war die Conductix-Wampfler GmbH, Teil der Delachaux-Gruppe. Zur Disposition stand die gesamte weltweite Webpräsenz: 26 Länderseiten in 19 Sprachen, gemeinsam mit der globalen Seite conductix.com. Vor dem Relaunch liefen diese Auftritte auf einem langjährigen Drupal-7-Setup, das sich bewährt hatte, über die Jahre aber inhaltlichen und strukturellen Ballast angesammelt hatte und Pflege wie Übersetzung teuer machte.
Das Projekt startete Ende 2023 und ging im Sommer 2025 live, seither läuft es in laufender Betreuung und Weiterentwicklung. Kern der neuen Basis sind eine gemeinsame Drupal-Codebase mit der Sites-Modulsuite, ein eigenes Design System, ein KI-gestützter automatisierter Übersetzungs-Workflow nach dem "human in the loop" Prinzip, eine SharePoint-Anbindung und ein lokal in China gehosteter Server für die chinesische Länderseite.
Eine eigens für das Projekt entwickelte Klonfunktion erlaubt es, neue Länderseiten ohne Entwicklungsaufwand aus einer Master-Site abzuleiten.
Für die Produktfindung sorgen eine facettierte Suche über das gesamte Inhaltsmodell und ein Download-Center je Länderseite.
Technischer Rahmen
- CMS: Drupal 10
- Multidomain: erdfisch Sites-Modulsuite, eine Codebase, dedizierte Länder-Instanzen, erweitert um eine Klonfunktion für neue Länderseiten
- Inhalte: Single Source in Englisch, hierarchisches Produktkonzept mit vier Ebenen; Aufbau in einer Master-Site mit Klonprozessen, je Inhalt referenziert (zentral) oder eigenständig (lokal abweichend)
- Produktfindung: Industriebereiche, Megamenü und facettierte Suche über Produkt-, Lösungs- und Märktehierarchie
- B2B: Download-Center je Länderseite mit lokalisierten Inhalten; für die USA zusätzlich Distributor Finder und Order Lookup
- Übersetzung: Translation Management Tool (TMGMT) plus KI-gestützte, auf das Fachvokabular trainierte Übersetzungsdienste; mit redaktioneller Freigabe
- Frontend: Designsystem (Figma, Atomic Design), Komponentenbibliothek in Storybook, Layout Builder
- Integrationen: Microsoft SharePoint (Datei-Synchronisation); China-Betrieb über nächtliche Content-Synchronisation auf einen lokal gehosteten Server (ICP-Lizenz beim Kunden)
- Betrieb: Kraut.Hosting
Entscheidungsgründe
Die Ziele des Relaunchs
und warum ein Facelift nicht genügte
Das strategische Ziel war eine tragfähige Struktur: die weltweite Präsenz auf eine gemeinsame, wartbare Basis stellen und den über Jahre gewachsenen Ballast abwerfen.
Der neue Auftritt sollte
- Inhalte einmalig einpflegen und redundanzfrei in beliebig vielen Ländern und Sprachen ausspielen lassen mit der Option, diese Inhalte in einem einzelnen Land noch anzupassen
- ein hierarchisches Produktkonzept über alle Länder konsistent tragen: Navigation, Übersichten, Business-Logik
- Übersichts- und Entry-Pages automatisch aufbauen und trotzdem im Einzelfall anpassbar bleiben
- Anfragen über Kontaktformulare je nach Formular, bzw. Auswahl in Feldern international distribuieren
- für internationale Stakeholder und Redakteur:innen neue und benutzerfreundliche Wege zur Contentpflege bieten
- den Übersetzungsaufwand über 19 Sprachen deutlich reduzieren
- den Sonderfall China sauber und stabil lösen
Die Lösung: ein struktureller Relaunch
Die bisherigen Länderseiten liefen auf Drupal 7 und hatten sich über Jahre bewährt. Doch mit jedem neuen Land, jeder Sprache und jedem Produktbereich war das Setup gewachsen, und mit ihm der Ballast. Die eigentlichen Engpässe lagen unter der Oberfläche. Sie trieben den Relaunch:
- Altlasten aus Drupal 7. Das bewährte System stand am Ende seines Lebenszyklus, mit inhaltlichem und strukturellem Ballast, der Pflege und Weiterentwicklung ausbremste.
- Inhalte in 26-facher Ausführung. Produkte, Dokumentationen und News mussten über viele Länder mehrfach angelegt und über 19 Sprachen einzeln übersetzt werden, ein Aufwand, der mit jedem Land weiterwuchs.
- Ein Produktkonzept, das über alle Länder trägt. Es fehlte eine gemeinsame Hierarchie aus Produktgruppen und Produktfamilien, auf der Navigation, Übersichtsseiten und Business-Logik in jedem Land gleich aufsetzen, ohne dass Inhalte doppelt entstehen.
- Automatik und Anpassbarkeit zugleich. Viele Übersichts- und Entry-Pages sollten sich automatisch aufbauen und sich trotzdem im Einzelfall anpassen lassen, zwei Anforderungen, die sich im Altsystem gegenseitig blockierten.
- Der Sonderfall China. Die chinesische Seite musste zentral pflegbar und zugleich vor Ort verlässlich erreichbar sein, was rund um den Goldenen Schild technisch gesondert zu lösen war.
Ohne Eingriff wäre der Pflege- und Übersetzungsaufwand über alle 26 Länder weitergewachsen, und der Auftritt hätte die neue Struktur des Unternehmens nicht sauber abbilden können.
Warum die Sites-Modulsuite hier passte
26 Länder, eine Codebase, eine Wartung.
Komplexe Multidomain-Systeme sind unsere Kernkompetenz, dafür haben wir die Sites-Modulsuite entwickelt. Das Anforderungsprofil von Conductix-Wampfler passte punktgenau: eine weltweite Struktur mit 26 Ländern, zentrale Redaktion, dedizierte Instanzen je Land, ohne dass 26 Einzelinstallationen notwendig wären. Genau die Kombination, die dieses Projekt verlangte, ist die Stärke der Suite: Inhalte einmal zentral verwalten (Content Sharing), sie über 19 Sprachen mehrsprachig führen und über viele eigenständige Domains kontextabhängig ausspielen.
Ein hierarchisches Produktkonzept aus Produktgruppen und Produktfamilien trägt Navigation und Übersichten einheitlich über alle Länder, ohne dass Inhalte doppelt entstehen. Kontextabhängige Platzhalter über unser "Slots" Modul spielen zusätzliche Inhalte gezielt dort aus, wo sie passen.
Der Kern des Prinzips: Eine neue Länderseite entsteht als redaktioneller Vorgang über Domain und Inhalte ohne eigenes Deployment. Und weil die Suite aus unserer eigenen Entwicklung stammt und in vielen Multidomain-Projekten gereift ist, brachte sie für Conductix-Wampfler bewährte Antworten mit, statt jede Frage neu zu lösen.
Beispiel: die Niederlande haben eine der zum Launch insgesamt 26 Länderseiten, natürlich vollständig lokalisiert.
Was wir umgesetzt haben
Alle Länder aus einer Codebase
Mit der Sites-Modulsuite laufen alle Länderseiten aus einem gemeinsamen System mit dedizierten Instanzen. Nötig war das, um die weltweite Präsenz zentral wartbar zu machen, statt 26 Einzelinstallationen zu pflegen. Im Alltag wirkt eine Verbesserung damit über alle 26 Länder auf einmal, nicht 26-mal einzeln.
Einmal pflegen, in 26 Ländern ausspielen
Inhalte entstehen einmal in der Default-Sprache Englisch und werden übersetzt und Ländern zugeordnet. Ein hierarchisches Produktkonzept aus Produktgruppen und Produktfamilien trägt Navigation und Übersichtsseiten konsistent über alle Länder. Für die Redaktion heißt das: an einer Stelle pflegen, in vielen Ländern ausspielen.
Ein Design System von Figma bis Storybook
Aus Wireframe-Serien wurde ein Figma-Design-System, das nach Atomic-Design-Prinzipien in eine Storybook-Komponentenbibliothek überführt wurde. So bleibt das Frontend über alle 26 Auftritte konsistent und sauber pflegbar.
Seiten, die sich selbst aufbauen und trotzdem anpassbar bleiben
Entry-, Landing- und Startseiten entstehen über den Layout Builder. Viele Übersichten bauen sich automatisch aus vorhandenen Informationen auf und lassen sich dennoch im Einzelfall anpassen. Kontextabhängige Platzhalter über unser Slots Modul spielen zusätzliche Inhalte gezielt dort aus, wo sie passen.
Neue Länderseiten durch Klonen
Für Conductix-Wampfler haben wir die Sites-Modulsuite um eine Klonfunktion erweitert. Der Kunde legt eine Master-Site an, befüllt sie und kann sie anschließend beliebig oft klonen und lokalisieren. Der Kern steckt im Klonprozess: Je Inhalt wird entschieden, ob er zentral referenziert bleibt, also über alle Länder identisch und einmal gepflegt, oder eigenständig wird und lokal abweichen darf. So entsteht eine neue Länderseite ohne Entwicklungsaufwand.
Neuaufbau der Inhalte statt Migration
Der Relaunch war ein Neuaufbau: Der Kunde hat seine Inhalte vollständig neu erstellt, passend zu den neuen redaktionellen Möglichkeiten, ohne Migration von Alt-Inhalten oder -Medien. erdfisch lieferte dafür das neue Datenmodell, auf dessen Basis der Content in der Master-Site angelegt und über die Klonprozesse in die Länderseiten dupliziert, relationiert und lokalisiert wurde.
Drei Wege zum passenden Produkt, Download-Center je Land
Besucher kommen mit unterschiedlichen Absichten, deshalb führen drei parallele Wege zum Produkt: die Industriebereiche nach Einsatzfeld, das Megamenü in der Navigation und eine facettierte Suche über das gesamte Inhaltsmodell, von der Produktkategorie über Produktfamilie und Produktgruppe bis zum Einzelprodukt, dazu Marktkategorie, Markt, Anwendung und Lösung sowie News, Veranstaltungen und Standorte, mit Relevanzsortierung. Ergänzend hat jede Länderseite ihr eigenes Download-Center mit lokalisierten Dokumenten. So sehen Kunden genau die Unterlagen, die für ihren Markt gelten, in ihrer Sprache.
SharePoint und der China-Betrieb
Die Microsoft SharePoint Dokumentenbibliothek ist für die Datei-Synchronisation angebunden. Für China haben wir gemeinsam mit unserem Hosting-Partner einen Sonderbetrieb aufgesetzt. In China gibt es keine eigene Redaktion: Die chinesische Länderseite wird zentral in derselben Umgebung gepflegt wie alle anderen, eine nächtliche Synchronisation spielt die Inhalte auf einen Server in China, wo sie lokal ausgeliefert werden, damit der Abruf vor Ort nicht durch die Große Firewall muss. Conductix-Wampfler mietet den Server an und hält die ICP-Lizenz, die nur die betreibende Einheit vor Ort halten kann. erdfisch und der Hosting-Partner bauen den Synchronisationsprozess.
KI-gestützte Übersetzung über 19 Sprachen
Die Mehrsprachigkeit über 19 Sprachen war einer der anspruchsvollsten Teile des Projekts. Technisch kombiniert der vom Kunden initiierte Workflow das Translation Management Tool (TMGMT) mit dem KI-gestützten Übersetzungsdienst Microsoft Azure AI Custom Translator, welcher vom Kunden mit dem Fachvokabular des Unternehmens kontinuierlich weiterentwickelt wird. Umgesetzt ist das als nachvollziehbarer Redaktionsprozess: Die Übersetzungen laufen über TMGMT, wo ein Team von internationalen Kollegen direkt im Drupal CMS prüft, korrigiert und freigibt, bevor sie live gehen. So entsteht ein Inhalt einmal auf Englisch und steht danach in vielen Sprachen parallel bereit, bei deutlich geringerem Übersetzungsaufwand als im Altsystem.
Die deutsche Länderseite sowie die globale Webseite nebeneinander. Alle Inhalte, Sprachen und Sites leben in einer einzigen Codebase. Die Ausspielung kann je Site gesteuert werden.
Märkte beispielsweise werden in den Ländern ausgespielt, in denen sie verfügbar sind – so liest man beispielsweise in der Schweiz geographisch bedingt weniger über Hochseehäfen, aber in fast allen Ländern über Krane.
Wie wir gearbeitet haben
Am Anfang vor Projektbeginn stand eine Workshopreihe, in der die Bedarfe aller weltweiten Stakeholder gesammelt, ausgewertet und in den Kontext einer Neuentwicklung gesetzt wurden. Conductix-Wampfler formulierte ein zentrales Ziel: den B2B-Kundinnen und -Kunden eine ganz neue digitale Erfahrung präsentieren zu können.
erdfisch nahm die Anforderungen in Koordination mit dem kundenseitig zusammengestellten Relaunch-Team auf und führte sie über mehrere Geschäftsbereiche und Länderverantwortliche hinweg zusammen. Auf erdfisch-Seite arbeiteten Projektmanagement, ein Solution Architect, leitende Entwicklung sowie Frontend-Design und Grafik für das Design System eng zusammen. Über die rund zweijährige Laufzeit hielten regelmäßige Stakeholder-Termine, Budget-Controlling und ein enges Termin- und Meilensteinmanagement das Projekt auf Kurs.
Dass der Kunde inhaltlich neu beginnen wollte, ersparte eine Migration. Parallel zur Entwicklung der neuen Datenmodelle konnte das Kundenteam bereits damit beginnen, seine Inhalte zu überarbeiten, neu zusammenzustellen und einzupflegen. Dafür war das Ergebnis eine neue und vollständig saubere Inhaltsbasis ohne migrierte Altlasten. Gleichzeitig konnten die Redaktionen bereits frühzeitig viel Erfahrung mit dem neuen Drupal-Backend sammeln.
Zum Ende des Projekts gab es eine fokussierte Finetuning-Phase, in der insbesondere das Frontend in enger Abstimmung zwischen den Design- bzw. Frontend-Verantwortlichen von erdfisch und Conductix-Wampfler production-ready gemacht wurde.
Als Scope und Zeitschiene schwierige Entscheidungen verlangten, trafen erdfisch und Conductix-Wampfler sie gemeinsam, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Die insgesamt recht lange Timeline kam der Projektqualität zugute und sorgt nun langfristig für eine stabile Nutzbarkeit und geringe regelmäßige Entwicklungsaufwände.
Beispiel für einen Markt: Mobilkrane werden auch in der Türkei vertrieben. Hier die Marktseite in türkischer Sprache. Das multilinguale Setup erlaubt nicht nur Übersetzungen in jede Sprache, sondern auch lokale inhaltliche Anpassungen.
Das Ergebnis
Seit dem Go-Live im Sommer 2025 läuft die weltweite Präsenz von Conductix-Wampfler auf einer gemeinsamen Codebase. Das langjährige Drupal 7 ist samt Ballast abgelöst; Produktportfolio und Dienstleistungen lassen sich über alle Länder hinweg konsistent und intuitiv entdecken.
Wesentliche Eigenschaften des neuen Systems:
Wartbar
Eine Codebase für 26 Länderseiten: Eine Verbesserung wirkt über alle Länder auf einmal, statt 26 Installationen einzeln zu pflegen.
Konsistent
Das Design System von Figma bis Storybook hält Gestaltung und Umsetzung über alle Auftritte hinweg einheitlich: Jede geprüfte Komponente gilt für jede Seite, die sie nutzt.
Redundanzarm
Inhalte entstehen single-source in Englisch und stehen über den KI-gestützten Workflow in 19 Sprachen bereit, bei deutlich geringerem Übersetzungsaufwand als im Altsystem.
Erweiterbar
Länderspezifische Zusatzfunktionen lassen sich gezielt ergänzen, ohne dass alle Auftritte die Features auch nutzen. conductix.us nutzt bereits eigene Features.
Souverän
Der Auftritt steht auf quelloffenem Drupal und community-gepflegten Modulen: kein Vendor-Lock-in, Entwicklung und Betrieb bleiben verlagerbar, und China ist eigenständig gelöst.
Die Meinung des Kunden
„Der Relaunch der Conductix-Wampfler-Webseiten stützte sich maßgeblich auf das Sites-Modul, mit welchem wir in der Lage sind, Inhalte zielgerichtet auf unsere 26 Länderwebseiten zu distribuieren. In der Zusammenarbeit hat sich gezeigt, dass erdfisch besonders dann seine Stärken ausspielt, wenn es darum geht, komplexe Anforderungen methodisch zu analysieren und in tragfähige technische Lösungen zu überführen.“
– Frederik Schell, Webmaster / Global Marketing and Communications, Conductix-Wampfler
Ein Beispiel aus der japanischen Länderseite: ein mehrdimensionales Slider-Element führt zu allen Märkten, Lösungen und Produkten des Konzerns. Diese werden je Länderseite entsprechend ihrer Verfügbarkeit aktiviert. Sie referenzieren immer denselben Inhalt, welcher jedoch lokal übersetzt und auch inhaltlich verändert werden kann.
Besonderheiten des Projekts
Die komplexeste Produktstruktur – für Drupal nur eine weitere gelöste Herausforderung.
Produkte in 4 Ebenen – aber n:n zugeordnet.
Der Kern des Geschäfts von Conductix-Wampfler ist sein riesiges Produktportfolio. Was im alten System noch recht inkonsequent und gemischt war, haben wir im Relaunch gemeinsam auf eine klare vierschichtige Hierarchie umgebaut:
- Produktkategorien,
- Produktfamilien,
- Produktgruppen
- und zu guter Letzt die einzelnen Produkte selbst.
Es stellte sich jedoch schnell heraus: Hier genügt kein einfaches – beispielsweise per Taxonomien umgesetztes – Hierarchiesystem. Denn in jeder Richtung können die Zuordnungen n:n sein. Jede Produktgruppe kann beispielsweise zu mehreren Produktfamilien gehören und auch mehrere Produkte unter sich haben. Jedes dieser Produkte wiederum kann zu mehreren Produktgruppen gehören... und so weiter.
Folglich haben wir ein eigenes auf Nodes basierendes System zur Einordnung in jeder Richtung entwickelt. Dazu gibt es für Redakteur:innen einen eigenen Bereich im Backend, in dem sie all diese Zuordnungen definieren können.
Hinzu kommt, dass die Inhalte auf ihrer Vollansicht jeweils andere passende verknüpfte Inhalte teasen sollen – natürlich vollautomatisch. Folglich kamen hier dynamische Views und auch Slots zum Einsatz, die je Kontext gewünschte Inhalte ausspielen.
Märkte und Lösungen
Marktkategorien, Märkte und Applikationen verhalten sich ähnlich wie die Produkte, werden aber etwas anders dargestellt. Insbesondere zwischen Applikationen und Produkten entstehen weitere Verknüpfungen, die nach unterschiedlichen Kriterien Teaser erzeugen.
Translation Management mit human in the loop
Übersetzungen auf Knopfdruck. Microsoft Azure AI Custom Translator und weitere AI-gestützte Übersetzungs-APIs wurden angebunden, um das zu ermöglichen. Ein Inhalt wird gewöhnlich in Englisch erstellt. Anschließend läuft er automatisch ins Übersetzungssystem. Der Mensch behält selbstverständlich die Kontrolle: Redakteur:innen, die der jeweiligen Sprache mächtig sind, dürfen KI-generierte Übersetzungen reviewen, anpassen und freigeben. Das System spart unzählige Stunden manueller Übersetzungsarbeit.
SharePoint für Downloads
Ebenfalls ungewöhnlich und hoch komplex: Die Downloads werden von Conductix-Wampfler in einer SharePoint-Dokumentenbibliothek gepflegt. Dank eines funktionierenden Drupal-Synchs entfällt die Notwendigkeit einer zweiten Pflege als Download-Entities im System.
Die aus SharePoint synchronisierten Downloads – beispielsweise Anleitungen und Konformitätsdokumente für alle Produkte – können über den Download Finder facettiert gefiltert und gesucht werden. Hier in französischer Sprache dargestellt.
Fazit
Mit dem Relaunch hat sich für Conductix-Wampfler verschoben, was die Website im Konzern ist. Vorher band sie Aufwand: Jede Änderung musste über Länder und Sprachen vervielfacht werden, das Altsystem gab den Takt vor. Heute bestimmt die Redaktion das Tempo, nicht das System.
Das entlastet die Organisation genau dort, wo der Aufwand vorher am schnellsten wuchs. Das Web-Team kann seine Arbeit auf Inhalte und die Bedürfnisse der einzelnen Märkte richten, statt Kraft in das Zusammenhalten vieler getrennter Systeme zu stecken.
Und die Basis ist auf Zukunft ausgelegt: Wächst der Bedarf in einem Markt, legt Conductix-Wampfler dort gezielt nach, ohne die anderen Auftritte anzufassen. Der Relaunch ist damit der Ausgangspunkt für eine Plattform, die mit dem Unternehmen mitwächst.
Das offene CMS, das mit Conductix-Wampfler wächst.
Warum Drupal für einen weltweiten Länderverbund?
Klarer Kostenvorteil
Für die Plattformwahl stand ein CMS-Wechsel nicht zur Debatte. Ein Konzern mit weltweiter Struktur legt sich für zehn Jahre und länger fest, und die Rechnung fällt mit jedem weiteren Auftritt anders aus: Proprietäre Systeme lizenzieren typischerweise pro Site und pro Sprache, ein Modell, das bei dieser Größenordnung schnell überproportional ins Geld geht. Drupal hingegen ist quelloffen und lizenzkostenfrei, unabhängig davon, wie viele Auftritte auf der gemeinsamen Codebase entstehen.
Das CMS passt sich ans Business an – nicht umgekehrt.
Der zweite Grund liegt im Datenmodell. Die Produktlogik von Conductix-Wampfler mit ihren Produktgruppen und Produktfamilien ist über Jahre gewachsen und sehr spezifisch. In Drupal ließ sie sich so abbilden, wie das Unternehmen sie denkt. Ein Standardprodukt hätte die Struktur an seine eigenen Vorgaben angepasst, und Conductix-Wampfler hätte seine Inhalte dem System angeglichen statt umgekehrt. Dazu kommt die Offenheit nach außen. Ein Konzern-Webauftritt steht nie für sich allein, er muss sich in eine gewachsene IT-Landschaft einfügen: in bestehende Datei-Ablagen und in die technischen Sonderbedingungen einzelner Märkte.
Gerade bei derart komplexen und vielschichtigen Anforderungen spielt Drupal seine Stärken aus.
Community Credits
Drupal gehört keinem Unternehmen. Was das System kann, haben Menschen und Firmen beigetragen, die es selbst einsetzen. Wer davon profitiert, steht in der Verantwortung, etwas zurückzugeben. Wir halten es deshalb so: Was wir in einem Kundenprojekt lösen und was auch anderen nützt, geht zurück in die Community. Zwei Bausteine dieses Projekts sind auf diesem Weg entstanden.
Die Sites-Modulsuite für den Multidomain-Betrieb und das Modul Slots für kontextabhängige Inhalte haben wir selbst entwickelt und frei auf drupal.org veröffentlicht. Beide tragen heute nicht nur die Auftritte von Conductix-Wampfler, sondern auch Projekte von Teams, die wir nie kennenlernen werden. Das bringt für alle Kund:innen Vorteile: Weil alle unsere Multidomain-Projekte auf derselben Modulbasis stehen, macht jede Anforderung aus einem Projekt diese Module ein Stück reifer. Conductix-Wampfler profitiert von dem, was andere vor ihnen gebraucht haben, und was hier entstanden ist, kommt den nächsten zugute.
Ergänzende Informationen
im FAQ-Format
Was bedeutet „Drupal-Multisite auf einer Codebase"?
Statt vieler getrennter Installationen laufen alle Länderseiten aus einem einzigen Drupal-System. Inhalte lassen sich zentral pflegen, je Land gezielt ausspielen und lokal anpassen, gewartet wird nur ein System. Umgesetzt ist das mit der von erdfisch entwickelten Sites-Modulsuite.
Wie lassen sich Inhalte über viele Länderseiten hinweg zentral pflegen?
Über eine gemeinsame Codebase mit dedizierten Instanzen je Land. Inhalte werden einmal in einer Ausgangssprache angelegt und dann übersetzt und den jeweiligen Ländern zugeordnet, statt in jedem Land neu zu entstehen. Bei Conductix-Wampfler laufen so 26 Länderseiten aus einem System.
Wie entstehen neue Länderseiten?
Durch Klonen. Der Kunde legt eine Master-Site an und klont sie beliebig oft. Im Klonprozess wird je Inhalt entschieden, ob er zentral referenziert bleibt oder eigenständig wird und lokal abweichen darf. Neue Märkte entstehen so ohne Entwicklungsaufwand.
Wie erreicht man Nutzerinnen und Nutzer in China zuverlässig mit einer Website?
In China gibt es keine eigene Redaktion. Die Länderseite wird zentral gepflegt, nächtlich auf einen Server in China synchronisiert und dort lokal ausgeliefert, sodass der Abruf vor Ort nicht durch die Große Firewall muss. Conductix-Wampfler mietet den Server an und hält die ICP-Lizenz, erdfisch und der Hosting-Partner bauen den Synchronisationsprozess.
Wie zuverlässig sind KI-Übersetzungen für technisches Fachvokabular?
Belastbar, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Die Übersetzungsdienste müssen auf das Fachvokabular des Unternehmens trainiert sein, und die Redaktion muss vor der Veröffentlichung prüfen und freigeben können. Wir haben das über das Translation Management Tool (TMGMT) als nachvollziehbaren Redaktionsprozess umgesetzt.
Wie finden Besucher das passende Produkt?
Über drei parallele Wege: die Industriebereiche, das Megamenü und eine facettierte Suche über das gesamte Inhaltsmodell, die die Produkthierarchie von der Kategorie bis zum Einzelprodukt abbildet und dabei auch News, Veranstaltungen und Standorte einschließt.
Beim Umstieg von Drupal 7: Inhalte migrieren oder neu aufbauen?
Das hängt vom Zustand der Altinhalte ab. Wo über Jahre struktureller und inhaltlicher Ballast entstanden ist, lohnt der Neuaufbau auf einem neuen Datenmodell oft mehr als eine Migration, die den Ballast mitnimmt. Conductix-Wampfler hat sich für den Neuaufbau entschieden und die Inhalte in einer Master-Site angelegt, von wo sie über Klonprozesse in die Länderseiten verteilt wurden.
Bleibt man an erdfisch oder einen bestimmten Anbieter gebunden?
Nein. Der Auftritt steht auf quelloffenem Drupal und, wo möglich, auf Standard-Community-Modulen statt auf proprietären Speziallösungen. Es gibt kein Vendor-Lock-in: Entwicklung und Betrieb ließen sich jederzeit verlagern.
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